Benachteiligung von Frauen in der Forschung/Lehre

Der diesjährige feministische Kampftag, hat uns einmal mehr vor Augen geführt, an welchen Stellen in unserer Gesellschaft die Gleichstellung der Geschlechter bislang auf sich warten lässt. Wenn wir nun anfangen würden die Bereiche nacheinander aufzuzählen, würde dies den Rahmen dieses Textes sprengen.

Als teilautonomes Referat der UHH ist uns besonders das Gebiet „Frauen in der Wissenschaft/Lehre“, im Bezug auf die Gleichstellung, negativ aufgefallen. Wir sehen es als unsere Pflicht über diesen Missstand aufzuklären.

Ein Blick in die Statistik der Frauenanteile der Professuren an der UHH zeigt, dass der Anteil (Stand 2017) gerade einmal 31% beträgt. Im Vergleich zur gesamten BRD, hier liegt der Anteil bei 24%, scheint die UHH zwar besser dazustehen, beschäftigt dennoch einen viel zu geringen Anteil an Frauen in der Wissenschaft.

Wie kommen diese geringen Zahlen, insbesondere mit Hinblick auf diverse institutionalisierte Gleichstellungsprogramme, zu Stande?

Ein grundlegendes Probleme ist das stark hierarchisch aufgebauten Wissenschaftssystem. Je höher eine Wissenschaftlerin auf der Karriereleiter steigt, desto weniger Stellen gibt es. Dies führt zu einem großen Konkurrenzkampf untereinander und zwischen den Geschlechtern. Frauen haben nicht nur deutlich geringere Chancen, überhaupt auf eine Professur berufen zu werden. Wenn sie es geschafft haben, werden sie mit einer schlechteren Bezahlung konfrontiert. In NRW verdient eine Frau durchschnittlich ca. 615€ weniger.

Zudem kommen Probleme wie beispielsweise, dass die Autorität der Frau seitens der Studierenden, laut mehrfacher Aussage, weniger anerkannt werde, als die des Mannes.

Bei einer gemeinsamen Vorlesung von Mann und Frau kommt es zusätzlich zum sogenannten „“Mansplaining“. Das bedeutet, dass Männer generell dazu tendieren, Frauen ins Wort zu fallen und ihnen die Welt zu erklären. Sogar beim Verfassen wissenschaftlicher Texte und Studien zitieren sich Männer gegenseitig häufiger als Frauen. Das ist wissenschaftlich belegt und als „gender citation gap“ bekannt.

Das Konzept “Old Boys Network” lässt durch die vorherigen Punkte ebenfalls belegen

Es besagt, dass mehrheitlich männlicher Nachwuchs von Männern gefördert wird, die sich schon in der Wissenschaft befinden. Aus der weiblichen Perspektive lässt sich hingegen das höhere „Drop-Out-Risiko“ feststellen. Es lässt sich ein gradueller Ausstieg von Frauen aus dem Wissenschaftssystem im Verlauf der akademischen Karrierestufen verzeichnen. Dies wird unter anderem als “Leaky Pipeline” bezeichnet.

Hinzu kommen eine stetige Unterrepräsentation von Frauen in Führungspositionen sowie einer Segregation von Wissenschaftlerinnen innerhalb mathematischer, naturwissenschaftlicher und technischer Studienfächer.

Zusätzlich erschwert die Mutterschaft die wissenschaftliche Karrierelaufbahn. Zum einen haben Mütter immer noch weniger Chancen auf eine Einstellung. Zum anderen wird in der Wissenschaftsstruktur eine intensive Anwesenheit und Sichtbarkeit erfordert.

Hier wird die Care-Arbeit völlig unberücksichtigt, da das Bild der wissenschaftlichen Persönlichkeit noch an einer männlichen Lebensweise orientiert ist. Für Mütter kommt es also sehr auf die Unterstützung im privaten Umfeld oder auf Angebote wie Kinderbetreuung an.

Die Umstände müssen sich schnellstmöglich ändern!

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