Veranstaltungshinweis: Kongress „Emanzipatorische Perspektiven unter Druck von Rechts“

Am kommenden Wochenende, vom 12. – 14. April 2019, veranstaltet der AStA der Uni Hamburg den Kongress „Emanzipatorische Perspektiven unter Druck von Rechts“. Am Freitag und Samstag bietet der Kongress verschiedene Vorträge, Workshops und Podiumsdiskussionen. Darüber hinaus wird es Möglichkeiten geben, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich zu vernetzen. Den Abschluss des Kongresses bildet am Sonntag die Demonstration „Gemeinsam solidarisch in Hamburg rechter Hetze entgegentreten! Jetzt erst recht und immer wieder – wir machen weiter!“, die um 11 Uhr am Hachmannplatz startet.

Aus dem Ankündigungstext des Kongresses: „Vermehrt zeigt sich, dass gewohnte Methoden antifaschistischer Arbeit nicht mehr funktionieren. Um diese Entwicklungen stoppen zu können, brauchen wir also neue Strategien und Antworten darauf, wie wir den medialen Diskurs beeinflussen, wie wir mit der AfD und weiteren neurechten Akteuren in den Parlamenten umgehen können und wie wir ganz konkret in unserem alltäglichen Umfeld an der Universität tätig werden können.“

Wir möchten insbesondere die Veranstaltung mit Andreas Kemper am Freitag, den 12.04., um 16 Uhr im Gebäude Von-Melle-Park 9 (Ex-HWP) empfehlen. Er wird sich mit dem Thema „AfD, die Europawahl und Antifeminismus“ befassen. Bereits früh – vor der Europa-Wahl 2014 – hat Andreas Kemper die AfD, deren Fraktionen und Interessengruppen sowie offizielle Stellungnahmen (bspw. im Bundestagswahl-Programm 2013) auf geschlechter- und familienpolitischen Positionierungen hin untersucht. Hier könnt ihr einen Blick in die Expertise werfen, die für die FES angefertigt wurde: http://library.fes.de/pdf-files/dialog/10641-20140414.pdf

Mehr Informationen zum Kongress gibt es hier: https://www1.asta.uni-hamburg.de/0-aktuelle-themen/emanzipatorische-perspektiven.html

 

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Empfehlung: Ringvorlesung „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ im SoSe2019

Aus dem Reader: „Die Ringvorlesung ‚Jenseits der Geschlechtergrenzen‘ setzt sich mit (hetero-)sexistischen, gesellschaftlichen, aber auch in der Wissenschaft (re)produzierten Hierarchisierungen, Normierungen und Ausgrenzungen auseinander. Dementsprechend geht es dabei nicht nur um queere Theorie und Forschung, sondern auch um Möglichkeiten des politischen Handelns. In unserer Reihe wird gerade die Beschäftigung mit der Simultanität und Verschränkung gesellschaftlicher Herrschaftsverhältnisse stärker in den Vordergrund gerückt.“ (https://agqueerstudies.de/wp-content/uploads/2019/03/Abstractheft-SoSe-2019.pdf)

Am kommenden Mittwoch, 10. April, geht’s los mit der Lesung „Nicht nur Mütter waren schwanger – Unerhörte Perspektiven auf die vermeintlich natürlichste Sache der Welt“. Wer also die gelungene Lesung bei uns am 13. Februar verpasst hat, dem sei der Besuch der Veranstaltung wärmstens empfohlen.

Den Abschluss der Veranstaltungsreihe macht Carolin Cyranski (Soziologin, Hamburg/Berlin) mit einem Vortrag zum Thema „Weiblichkeit als projizierte Natur – Das Geschlechterverhältnis in der Kritischen Theorie“.

Über weitere Veranstaltungen könnt ihr euch hier informieren: https://agqueerstudies.de/programm/programm/

Themenreihe: Safer Sex

Verhütung, Schwangerschaft und Schwangerschaftsabbruch aus feministischer Perspektive

Montag, 28.05. 18:00 – 20:30 Vortrag + Diskussion

Für eine selbstbestimmte Sexualität ist Wissen über Safer Sex und der Zugang zu unabhängigen, kritischen Informationen über Verhütung wichtig. Bei der Veranstaltung soll der Fokus auf Methoden der Verhinderung ungewollter Schwangerschaft und dem Verständnis ihrer Wirkungsweise liegen, zudem werden Methoden des Schwangerschaftsabbruches und Zugänge dazu erläutert. Der Menstruationszyklus wird erklärt, verschiedene Verhütungsmethoden werden vorgestellt und es soll diskutiert werden, inwiefern diese feministisch sind bzw. selbstbestimmte Empfängnis- und Zeugungsverhütung ermöglichen.

Safer Sex – für alle!

Donnerstag, 31.5.2018 18.00 -20.30 Vortrag + Diskussion

Wie geht Safer Sex auch jenseits heteronormativer Praktiken? Wie rede ich mit Sexpartner*innen über Krankheitsverhütung schütze ich mich und andere vor STIs (sexually transmitted infections)? Welche sind häufig und leicht übertragbar, welche seltener und welche sind wie behandelbar? 

Mit dabei auch das Fuck Yeah Sexshopkollektiv.

Beide Veranstaltungen finden statt im AlleFrauen*Raum, Allende-Platz 1, Raum 111 und sind offen für alle Gender.

Empfehlung: Vortragsreihe Jenseits der Geschlechtergrenzen

Die AG-Queer Studies ist eine Arbeitsgemeinschaft an der Universität Hamburg. Sie organisiert im Rahmen des Allgemeinen Vorlesungswesens die Ringvorlesung Jenseits der Geschlechtergrenzen. Schaut doch mal bei ihrem Programm für dieses Sommersemester hier vorbei.

Am Mittwoch, den 25.04.2018 gibt es z.B. den Vortrag „Mein Körper gehört weder Kirche noch Deutschland!“ zu den Themengebieten Abtreibung, Autonomie und Annaberg-Buchholz von e*vibes – für eine emanzipatorische Praxis, Initiator*innen des Bündnis Pro Choice Sachsen, Dresden.

Vortrag: Was ist Rape Culture?

Wann? 22.11.2017 um 18.30 Uhr
in der T-Stube, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 1. Stock

Der Begriff der „Rape Culture“ oder ins deutsche übersetzt „Vergewaltigungskultur“, bezeichnet Gesellschaften in denen sexualisierte Gewalt ausgeübt, aber geduldet, verharmlost und normalisiert und Betroffenen sexualisierter Gewalt misstraut wird, wohingegen die Täter tendenziell geschützt werden.

Der Vortrag widmet sich folgenden Fragen:
Woher kommt der Begriff? Wie sieht eine „Vergewaltigungskultur“ eigentlich konkret aus? Ermöglicht es der Begriff, eine Systematik im gesellschaftlichen Umgang mit sexualisierter Gewalt sichtbar zu machen? Was sind gängige Annahmen zum Geschehen sexualisierter Gewalt (sogenannte Vergewaltigungsmythen)? Wie wirken sie in die Gesellschaft und was ist ihre Funktion? Wo „verstecken“ sich solche Mythen, beispielsweise in der medialen Auseinandersetzung mit Rape Culture oder in der entsprechenden Gesetzgebung und Strafverfolgung? Und vor allem: Was können (wir als) Feminist*innen mit dem Begriff anfangen?

Der Vortrag findet im Zuge der Kritischen Einführungswochen „Schnöde neue Welt“ statt.

Vortragsdauer + Fragen und Diskussion ca. 1,5 h
Referentin: Melina Toelle

 

Putsch in der Türkei, Veranstaltung mit Kerem Schamberger am Sa., 21.1.

Die Lage in der Türkei und in Kurdistan ist aktuell sehr polarisiert und Informationen sind nur schwer zugänglich. Während in den Regionen Afrin, Kobane und Jasira im Norden Syriens zum Jahreswechsel ein verfassungsgebender Prozess beschlossen wurde, der den „demokratischen Konföderalismus“ – also die basisdemokratische, geschlechtergerechte, kulturell plurale und wirtschaftliche Selbstverwaltung der Gesellschaft – in den nächsten sechs Monaten zur Abstimmung stellt [1], geht das AKP-Regime unter Erdogan weiter mit faschistoider Brutalität gegen jegliche Kritiker*innen vor.

Die türkische Regierung hat nach den Wahlerfolgen der HDP bei den Parlamentswahlen 2015 und der Ausweitung der kurdischen Selbstverwaltung im Osten der Türkei und in Nordsyrien den Friedensprozess aufgekündigt und einen brutalen Bürgerkrieg angezettelt. Mit dem Putschversuch von Teilen des Militärs und seiner Niederschlagung durch AKP-treue Spezialeinheiten und Polizei am 15.7.16 begann eine neue Ära. Sämtliche Widersacher*innen der Regierungspartei in den Behörden, Ministerien, Universitäten und im Militär wurden seitdem ausgeschaltet. Mehr als 140.000 Entlassungen und Suspendierungen, mehrere zehntausend Inhaftierungen und eine komplette Umstrukturierung des Militärs sprechen für sich. Mittlerweile gibt es so gut wie keine kurdischen und pro-demokratischen Medien mehr, die Tageszeitung Özgür Gündem, sowie der Nachrichtenkanal imc TV wurden verboten. Selbst der kurdische Kinderkanal Zarok TV darf nicht mehr senden. Die einzigen, die starken Widerstand leisten, sind auf parlamentarischer Ebene die Demokratische Partei der Völker, HDP, und die kurdische Freiheitsbewegung. Doch wird das ausreichen?

Kerem Schamberger ist eine der wichtigsten deutschsprachigen Quellen tagesaktueller und analytischer Nachrichten über die dortigen Auseinandersetzungen. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung veröffentlicht mittlerweile wöchentlich einen „Schamberger-Report“ mit einer Übersicht seiner Meldungen [2], weil er von facebook regelmäßig zensiert wird. Kerem ist u.a. Mitglied in der DKP und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA), weshalb er vom bayrischen Verfassungsschutz monatelang mit einem faktischen Berufsverbot an der Ludwig-Maximilian-Universität München als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Kommunikationswissenschaft belegt wurde. [3] Diese Blockade musste nach einer großen Solidaritätswelle und viel öffentlichen Druck mittlerweile aufgehoben werden. Auch über diesen Vorgang und die Rolle kritischer Wissenschaft in den aktuellen Auseinandersetzungen werden wir mit ihm im zweiten Teil der Veranstaltung sprechen.

Kerem Schamberger ist wissenschaftlicher Mitarbeiter für Medien- und Kommunikationswissenschaft an der LMU München und u.a. Sprecher der DKP München.

Veranstalter*innen: Verband der Studierenden aus Kurdistan (YXK/JXK), AStA und teilautonomes Referat für Internationale Solidarität der Universität Hamburg

Am Sa., 21.1., 19 Uhr in der ehem. HWP

Facebook-Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/352755638433149/

[1] http://www.nzz.ch/international/krieg-in-syrien-kurden-beschliessen-verfassung-fuer-ihr-gebiet-ld.137475
[2] https://www.rosalux.de/staatdemokratie/nachrichten/nachricht/news/42934/der-schamberger-report-iii-kopie-1.html
[3] http://www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/video-berufsverbot-fuer-erdogan-kritiker-der-fall-kerem-schamberger-100.html

01.11.: Mit Rassismus für Frauenrechte? Die Kölner Silvesternacht und ihre Folgen

Die Silvesternacht in Köln steht für einen Wendepunkt deutscher Flüchtlingspolitik.

In der politischen und medialen Auseinandersetzung dominierten unter dem Deckmantel der “Meinungsfreiheit” nur wenige Tage nach Silvester rassistische Klischees über den “sexistischen und gewalttätigen Araber”, die letztlich zur Rechtfertigung restriktiver Flüchtlings- und Sicherheitspolitik herangezogen wurden.
Sie gingen einher mit der Festigung des Selbstbildes westlicher Gesellschaften die durch das Prinzip der Geschlechtergleichheit geprägt seien. Jener vermeintliche Wertekanon gerate in jüngster Vergangenheit aber durch hohe Zahlen “krimineller Flüchtlinge” in Gefahr. Die Verknüpfung von Rassismus und Sexismus ist jedoch nichts Neues, sondern weist historische Kontinuitäten auf. Insofern steht die „Kölner Silvesterdebatte“ beispielhaft für die Instrumentalisierung von Frauenrechten für rassistische Bilder. Aus einer feministischen Perspektive ist es notwendig diese Instrumentalisierung vermeintlich feministischer Diskurse als solche zu benennen und anzugreifen. Der Vortrag wirft einen Blick in die mediale und politische Debatte „nach Silvester“ und stellt die Frage nach der Verknüpfung von Rassismus und Sexismus innerhalb der Debatte.

Sara Madjlessi-Roudi ist Mitarbeiterin der HS Düsseldorf und des Duisburger Instituts für Sozialforschung (DISS).

Der Vortrag von Sara Madjlessi-Roudi findet am 01.11.2016 um 18.00 Uhr im Alle Frauen* Raum statt.
Allendeplatz 1 (Pferdestall), Raum 111, 1. Stock rechts.